Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Durchgangsarzt (D-Arzt)
Was ist eine Hernie und bei wem tritt sie auf?
Warum entstehen Leistenhernien?
Heilt eine Leistenhernie von selbst?
Wie wird eine Leistenhernie operiert?
Was ist ein Durchgangsarzt (D-Arzt)
Der Durchgangsarzt (Kurzform: D-Arzt) ist von seiner Ausbildung her immer Chirurg/Unfallchirurg. Er ist von den gewerblichen Berufsgenossenschaften, den Eigenunfallversicherern und anderen gesetzlichen Unfallversicherern ermächtigt zur
Behandlung von Arbeits-,Schul- und Wegeunfällen. Diese Ermächtigung setzt neben der Facharztausbildung eine besondere berufliche Erfahrung in der Behandlung von Unfallverletzungen voraus. Darüber hinaus besteht die vertragliche Verpflichtung des D-Arztes, sich kontinuierlich weiterzubilden auf seinem Fachgebiet...
Die Praxis des Durchgangsarztes muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen betreffend Größe, Ausstattung, Hygiene etc..
Der Durchgangsarzt kennt die gesetzlichen Vorschriften der berufsgenossenschaftlichen Heilbehandlung einschließlich des Gutachterwesens.
Er weiß, wer kraft Gesetzes unfallversichert ist.
Er überwacht die Behandlung von Arbeitsunfällen, die von Ärzten anderer Fachrichtungen durchgeführt werden . So muss in der Regel der Arbeitsunfallverletzte, wenn Arbeitsunfähigkeit besteht, vom Hausarzt /Orthopäden/ Internist/Allgemeinarzt dem D-Arzt vorgestellt werden.
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Was ist eine Hernie und bei wem tritt sie auf?
Eine Hernie ist eine Ausstülpung des Bauchfells. Hernien können im Bereich der Leiste, des Nabels oder an anderen Stellen auftreten.
Hernien entstehen im Bereich von Lücken der festen Muskelschichten der Bauchwand. Diese Lücken können angeboren sein oder im Laufe des Lebens durch Dehnung des Gewebes, Überbeanspruchung oder nach vorgängigen Bauchoperationen entstehen.
Jede Hernie besteht aus:
- Bruchsack (ausgestülptes Bauchfell)
- Bruchpforte (Bruchlücke)
- Bruchinhalt (Teile von Bauchorganen, die sich im Bruchsack befinden könnten).
Hernien können in jedem Lebensalter sowohl bei Frauen, als auch bei Männern auftreten. Männer sind deutlich öfter betroffen als Frauen. Die häufigste Art der Hernie ist die Leistenhernie. In den USA und in Europa werden jährlich mehr als 1 Million Leistenhernien operiert.
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Warum entstehen Leistenhernien?
Im Verlaufe der embryonalen Entwicklung wandern beim Mann die Hoden vom Inneren der Bauchhöhle durch die Bauchwand in den Hodensack. Sie wandern durch einen Kanal, welcher den Samenleiter und seine begleitenden Blutgefäße aufnimmt. Die Druchtrittsstelle dieses Kanals bildet eine schwache Stelle in der Bauchwand, dadurch kann dort bei Männern später eine Leistenhernie auftreten.
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Heilt eine Leistenhernie von selbst?
Nein, ein unbehandelter Leistenbruch bleibt immer vorhanden, vergrößert sich langsam und kann schließlich zu Beschwerden führen. Auch ein Bruchband oder ein Stützkorsett kann die Hernie nicht heilen.
Es ist möglich, daß die Symptome über Jahre hinweg gleich bleiben und sich nicht verschlimmern. Ein Leistenbruch, der im Liegen leicht von selbst in die Bauchhöhle zurückgleitet und oder zurückgedrückt werden kann, ist eine reponible Hernie. Diese kann zwar schmerzhaft sein, ist jedoch keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit.
Eine Leistenhernie, die nicht in die Bauchhöhle zurückgleitet oder zurückgedrückt werden kann, ist eine nicht-reponible Hernie. Die nicht-reponible Hernie ist oft mit Komplikationen verbunden und kann lebensgefährlich werden, wenn ein Darmteil in der Bruchpforte eingeklemmt und von der Blutversorgung abgeschnitten wird. Diese Situation nennt man dann eine eingeklemmte oder inkarzerierte Hernie. Die eingeklemmte Hernie muß notfallmäßig operiert werden.
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Wie wird eine Leistenhernie operiert?
Mit dem Eingriff wird der Verschluß der übergroßen Öffnung vorgenommen. Die Besonderheit der Leistenhernienoperation beim Mann besteht darin, daß einerseits die Bruchlücke verschlossen, andererseits gleichzeitig ein ausreichend großer Durchgang für den Samenstrang und seine begleitenden Gefäße belassen werden muß.
Für den Verschluß der Öffnung stehen folgende Methoden zur Verfügung:
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direkter Nahtverschluß
Beim direkten Nahtverschluß werden die benachbarten Faszien und Muskeln über der Bruchlücke zusammengezogen und dort vernäht, wodurch Spannung entstehen kann. Diese zum Verschluß notwendige Spannung kann auch zu vermehrten Schmerzen nach Operationen führen.
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Einsetzen eines Netzes
Um die auftretenden Spannungen beim direkten Nahtverschluß zu vermeiden, neigt man mehr und mehr dazu, die beschädigte Wand, wenn möglich spannungsfrei zu reparieren. Durch E i n s e t z e n e i n e s N e t z e s wird die Bruchlücke s p a n n u n g s f r e i verschlossen. Dazu werden synthetische und gut verträgliche Fasernetze meist aus Polypropylen verwendet, ein Material, das seit fast 40 Jahren erfolgreich im menschlichen Körper eingesetzt wird. Für die Fixierung des Netzes gibt es neben endoskopischen Techniken, bei denen das Netz in der Bauchhöhle oder vor dem Bauchfell vor die Bruchlücke plaziert wird, verschiedene Techniken und Netzformen für die konventionelle OP, die alle über einen Hautschnitt im Bereich der betreffenden Leiste beginnen.
Allen Verfahren ist gemeinsam, dass zunächst festgestellt wird, um welche Art eines Bruches es sich handelt, anschließend der Bruchsack dargestellt und entweder abgetragen oder reponiert wird. Alle Verfahren dienen durch verschieden geformte und eingebrachte Netze der Stabilisierung der vorderen Bauchwand.
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Bei der Lichtensteintechnik wird ein bis zu 6x12cm großes Netz aus Polypropylen (nicht resorbierbar) oder Polypropylen und Vicryl (Vicrylanteil resorbierbar) so eingebracht, daß es entlang des gesamten Unterrandes des Leistenbandes mit diesem vernäht wird, der Oberrand des Netzes wird auf einen der schrägen Bauchmuskeln möglichst spannungsfrei mittels Nähten fixiert, eine Einkerbung am lateralen Netzrand ermöglicht, den Samenstrang durch das Netz hindurchzuführen und eine Einengung der Bruchlücke am inneren Leistenring (Durchtrittsstelle des Samensstrangs aus der Bauchhöhle (siehe oben) zu erreichen.
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Ein weiteres Verfahren besteht in der PerFix Plug-Technik, hierbei wird ein kegelförmiges Popypropylennetz (ähnlich einem kleinen Federball) nach Reposition des Bruches in die Bruchlücke eingeführt und dort an den Bruchpfortenrändern eingenäht. Zusätzlich wird zur Stabilisierung der Strukturen ein kleineres Netz mit einem Einschnitt um den Samenstrang herumgelegt und bis zum Schambein in den Leistenkanal eingelegt, das der Verstärkung der Bauchwand dient und den Boden des Leistenkanals bis zum Leistenband bedeckt.
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Ein drittes Verfahren besteht aus einem Doppelnetz, das unter der geschwächten Faszie, am Boden des Leistenkanals so plaziert wird, daß ein Netzanteil unterhalb der Faszie zum Bauchraum hin liegt und ein Netzanteil oberhalb der Faszie diese verstärkt. Der obere Netzanteil wird wiederum zum Durchtritt des Samenstranges so eingeschnitten, daß die Bruchpforte an der Durchtrittsstelle des Samenstrangs aus dem Bauchraum stabilisiert und eingeengt wird.
Alle Verfahren dienen dem Ziel, unter größtmöglicher Spannungsfreiheit eine Stabilisierung der Bauchwand zu erreichen und ein Wiederauftreten der Hernie so auf optimale Weise zu verhindern. Durch die spannungsfreie Technik sind die Schmerzen nach der Operation gering und der Eingriff kann oft ambulant durchgeführt werden.
Das heißt, der Patient kann in der Regel dann bereits ein paar Stunden nach dem Eingriff nach Hause gehen.
Im Vergleich zu den nicht spannungsfreien Operationsmethoden ist nach diesen Leistenoperationen die Aufnahme der täglichen Aktivitäten in der Regel früher wieder möglich.